Der Welt-ETF als Basisinvestition. Das solltet ihr wissen!

Eigentlich wollte ich nur mal eben einen All-World mit der beliebten Kombination aus World/Emerging Markets miteinander vergleichen. Dabei ist mir aber schnell klar geworden, dass hier viel mehr zu sagen ist und der Blogbeitrag wohl etwas länger wird.

In diesem Post vergleiche ich also nicht nur die beiden Weltportfolio-Strategien miteinander, die ihr übrigens alle bei Scalable im Sparplan ab monatlich 25 € besparen könnt, sondern gehe auch darauf ein, was ihr bei der Wahl eines ETFs beachten solltet. Das Thema ist unglaublich umfangreich und verdient auf jeden Fall eine Fortsetzung. Im heutigen ersten Teil habe ich zunächst einmal die wichtigen Informationen für euch zusammengestellt, damit ihr eine fundierte Entscheidung treffen könnt.

Warum ein Welt-Portfolio?

Einmal hin, alles drin. So könnte man den Klassiker bzw. den Brot-und-Butter-ETF auch bezeichnen. Das „Starter-Paket“ für alle Investmentneulinge und auch die alten Hasen unter uns fußt auf folgenden Vorzügen:

1.) Ihr investiert in die komplette Welt mit nur max. 2 ETFs und habt somit nur wenig bis fast keinen Aufwand.

2.) Durch die Splittung in tausende Einzelaktien seid ihr breit aufgestellt (diversifiziert) und müsst keine Angst vor einem Totalverlust haben.

3.) Es gibt unglaublich viele Welt-ETFs. Somit könnt ihr kostengünstig investieren, da sich die verschiedenen ETF-Anbieter natürlich gegenseitig versuchen im Preis zu drücken.

4.) Ideal für so gut wie alle Anleger. Egal ob zur Geburt des Kindes oder für sich selber: Das Welt-Portfolio ist „fast!“ schon Pflicht für alle.

5.) Auch in bzw. nach Krisenzeiten, siehe aktuelle Pandemie, erholt sich ein Welt-ETF wieder relativ schnell und spült ordentlich Rendite in euer Depot. Eine wunderbare Alternative in der Niedrigzinsphase! Der MSCI World hat nach dem 1. Lockdown eine Rendite von 8,7 % zu verzeichnen, was in dieser Situation wirklich gut ist.

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Ein Welt-Portfolio bei Scalable aufbauen

Scalable ist für mich der Broker, wo ihr langfristig mit euren ETFs sehr gut aufgehoben seid.

Die Gründe dafür sind folgende:

FREE Broker: 0,00 € Gebühren, 0,99 € pro Trade (weiterhin 600 ETFs kostenlos) oder

PRIME Broker: 2,99 € pro Monat (Flatrate: unbegrenzt Aktien, ETFs und Fonds traden)

– So gut wie alle ETF-Anbieter vorhanden

– Sparplan bereits ab 25 € monatlich möglich

Unkomplizierter Wechsel der Preismodelle möglich

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Was kostet das Ganze?

Im FREE Broker können alle ETFs von DWS Xtrackers, Invesco und iShares by BlackRock kostenlos gekauft oder per Sparplan bespart werden. Darüber hinaus steht im FREE Broker ein weiterer kostenloser Sparplan der anderen Anbieter zur Verfügung. Jeder weitere Sparplan kostet 0,99 € pro Ausführung. Der Verkauf aller Wertpapiere kostet 0,99 € pro Ausführung.

Der PRIME Broker und der PRIME Broker Flex bieten unbegrenzt viele kostenlose Sparpläne. Sparpläne werden ausschließlich über gettex gehandelt. Dabei entstehen keine weiteren Handelskosten.

Preismodelle Scalable Kosten


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2 Möglichkeiten, um in die ganze Welt zu investieren

Viele Wege führen nach Rom bzw. in die ganze Welt. Mit maximal zwei ETFs in die ganze Welt zu investieren ist ziemlich einfach. Dabei habe ich mich für folgende ETFs entschieden, die zum Teil bei Scalable über die PRIME Partner ETFs kostenfrei besparbar sind:

World + Emerging Markets: iShares MSCI World UCITS ETF (WKN: A0HGV0) + Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF (WKN: A12GVR)

All World: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (WKN: A2PKXG) ODER

All Country: Lyxor MSCI All Country World UCITS ETF (WKN: LYX00C)

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70 % MSCI World und 30 % MSCI Emerging Markets

Ein Klassiker, der besonders durch Gerd Kommer an Popularität gewonnen hat. Ihr bespart bei dieser Weltportfolio-Variante zwei verschiedene ETFs. 70 Prozent gehen in entwickelte Märkte in Europa, USA, Australien etc. 30 Prozent gehen in Schwellenländer wie Russland, China oder Korea.

Der Vorteil ist, dass ihr eure Gewichtung jederzeit anpassen könnt. Habt ihr z. B. bisher 70 € in den MSCI World und 30 € in den EM investiert, könntet ihr jederzeit auch 50:50 machen. Ihr seid damit also hochflexibel und bespart zudem noch mehr Schwellenländer als im All World bzw. All Countries vorhanden.

Ein Nachteil könnte das mögliche Rebalancing sein, sprich die Einhaltung und Wiederherstellung des gewünschten Verhältnisses zwischen den ETFs. Nach einer gewissen Zeit können sich die Zielgewichtungen nämlich verändern, da sich Kurse unterschiedlich entwickeln und damit auch die Gewichtung in eurem Portfolio. Dazu bitte ich euch selber zu recherchieren, da der Beitrag sonst zu große Ausmaße annimmt.

Das wohl beste Buch zum Thema ist von Gerd Kommer Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“
Zugegeben, das Buch ist wirklich keine leichte Kost, aber danach fühlt man sich wie Albert Einstein für ETFs.

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100 % MSCI World oder MSCI ACWI

Mit einem All-World ETF habt ihr die Schwellenländer bereits mit drin und müsst sie nicht durch eine zusätzlichen ETF abdecken. Ihr investiert in 47 verschiedene Industrie- und Schwellenländer (24 + 23) und habt 3.448 Aktien im Portfolio.

Eine Alternative dazu kann aber auch der MSCI ACWI, also der MSCI All Countries World Index sein. Dieser ist z. B. bei Scalable kostenfrei besparbar. Der All Countries bietet knapp 3.000 Unternehmen.

Der Index bündelt die nach Börsenwert größten Firmen aus 23 Industrie- und 26 Schwellenländern. Darunter befinden sich zum Beispiel China, Südkorea, Indien oder Brasilien. Insgesamt tragen die Aktien aus Schwellenländern rund 10 % zum Indexwert bei. Aktien von US-amerikanischen Unternehmen machen rund 53 % des ETFs (beim MSCI World sind es ca. 60 %) aus.


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Aber bitte mit Small Caps?

Darüber wird nur wenig gesprochen, aber wenn wir schon über eine Weltabdeckung reden, dann sollte man zumindest auch die Small Caps in Betracht ziehen. Das sind Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung (unter 2 Mrd. US-Dollar) aus Industrieländern, die in den anderen großen ETFs keine Beachtung finden. Auch diese gibt es mit einer weltweiten Streuung, wie unten beschrieben.

In den zuvor genannten ETFs finden sich nur Unternehmen aus dem Bereich Large und Mid Caps. „Kleine“ Unternehmen finden hier keine Berücksichtigung.

Wer hier aber noch eine Abdeckung möchte, der findet bei Scalable z. B. den SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF (WKN: A1JJTD). Dieser deckt alle Caps ab und ist in der Theorie der „einzig wahre Welt-ETF“.

Wobei auch das nicht so recht stimmt, denn auch hier werden die Micro Caps & Grenzmärkte nicht berücksichtigt. Wollen wir aber nicht päpstlicher als der Papst sein.

Quelle: ExtraETF und eigene Recherche

Was bedeuten die Abkürzungen ACC und DIS/DIST?

„ACC“ ist die Abkürzung und steht für accumulating. Damit ist zu Deutsch ein thesaurierender ETF gemeint. Dieser schüttet die Dividenden nicht aus, sondern legt sie gleich wieder an ohne dass ihr irgendwas aktiv tun müsst. Manchmal wird es auch mit „C“ abgekürzt.

„DIS“ oder „DIST“ ist die Abkürzung für distributing. Damit ist das Gegenteil, also ein ausschüttender ETF gemeint. Hier werden die Dividenden nicht in den ETF wieder reinvestiert, sondern auf euer Konto ausgeschüttet.

Ob ihr euch besser für einen ausschüttenden oder thesaurierenden ETF entscheiden solltet, erfahrt ihr weiter unten im Beitrag.

Was bedeutet UCITS?

Hinter dem Indexnamen findet ihr oft die Abkürzung „UCITS”. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Anlegerschutz. Fonds, die der UCITS-Richtlinie folgen, gewährleisten, dass sie mit den geltenden rechtlichen Vorgaben und hohen Qualitätsanforderungen der Europäischen Union in Einklang stehen.

Das kann z. B. eine Mindestanforderung bzgl. der Diversifikation sein. Unter anderem dürfen nur max. 20 % des Nettovermögens eines Fonds in Wertpapiere eines einzelnen Unternehmens investiert werden.

Ferner gibt es Richtlinien zur Liquidität, Laufzeit, Transparenz etc. Rund 75 % aller ETFs werden UCITS-konform aufgelegt. Ich denke es ist klar, dass ein ETF mit UCITS-Richtlinien durchaus sinnvoll ist.

Was ist der Unterschied zwischen MSCI und FTSE?

MSCI ist die Abkürzung für den amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International. Dieses Unternehmen setzt weltweite Aktienindizes auf, z. B. MSCI World, MSCI Emerging Markets oder MSCI USA Small Cap.

Die FTSE Russell (umgangssprachlich: Footsie) ist ein britischer Finanzdienstleister. Auch dieser bietet zahlreiche Aktienindizes an und betreibt Analysen sowie Studien in Bezug auf Finanzen. Ihr habt sicherlich schon vom FTSE 100 Index gehört. Das ist der wichtigste britische Aktienindex, der an der Londoner Stock Exchange die Kursentwicklung der 100 größten und umsatzstärksten britischen Unternehmen nachbildet.

Bei beiden handelt es sich also um Indexanbieter. Weitere sind z. B. S&P (bekannt durch den S&P 500) oder STOXX mit dem bekannten EURO STOXX 50.

Ausschüttend oder thesaurierend?

Bei dieser Frage scheiden sich ganz klar die Geister und es gibt kein richtig oder falsch. Meiner Meinung nach wird hier auch viel zu viel drumherum geredet oder überlegt, was nun mehr Sinn macht. Nochmal zur Info:

Ausschüttend bedeutet, dass euch die Dividendenzahlungen der Fonds nach Abzug von Steuern auf euer Konto überwiesen, also ausgeschüttet werden. Bei einem thesaurierenden Fonds werden die Dividenden nicht ausgeschüttet, sondern sofort wieder reinvestiert, d. h. euer Fondsvermögen nimmt zu.

Grob kann man sagen: Seid ihr noch in der Ansparphase bzw. dem Aufbau eures Vermögens, dann ist ein Thesaurierer sicherlich sinnvoller als ein ausschüttender ETF. Ihr müsst euch um die Reinvestitionen keinerlei Gedanken machen und profitiert vom Zinseszinseffekt.

Einige Broker bieten übrigens auch ausschüttenden ETF mit kostenloser automatischer Wiederanlage an. Sollte euer Broker das tun, dann würde ich mich persönlich für diesen ETF entscheiden.

Swapper oder Replizierend?

Wir haben ja durch die vielen verschiedenen ETF-Anbieter nun wirklich die Qual der Wahl. Und was ist DAS Auswahlkriterium für die meisten Menschen? Richtig: Der Preis bzw. die Kosten! Bei einem ETF freuen wir uns über niedrige jährliche Kosten und geringe Kauf-/Verkaufsprovisionen.

Das wissen natürlich auch die Fondsgesellschaften und bieten teilweise ETFs mit jährlichen Kosten von weniger als 0,15 % p.a. an.

Wie aber dennoch als Anbieter Geld verdienen? Ganz einfach, indem man die Replikationsmethode ändert. Wie wir ja bereits wissen, bilden ETFs einen zugrundeliegenden Index nach, also z. B. den DAX. Der Indexfonds kauft dafür einfach alle Aktien im exakt gleichen Verhältnis wie auch der Referenzindex aufgebaut ist. Das nennt sich dann im Fachjargon „Full Replication“.

Ihr könnt euch schon vorstellen, dass der DAX wenig aufwendig ist, aber dafür ein MSCI World mit über 1.500 Einzelaktien schon. Es fallen hohe laufende Kosten beim Indexanbieter an, um solche großen ETFs stetig nachzubilden. Es gibt daher neben der „Full Replication“ noch zwei weitere Möglichkeiten der Nachbildung:

1. Swapper und

2. Sampling

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Swapper / Synthetisch

Hier werden keine Aktien gekauft, sondern es wird ein Tauschvertrag (engl. Swap) mit der Bank abgeschlossen. Die Bank verpflichtet sich dazu börsentäglich die Rendite des Referenzindex zu liefern und der ETF muss im Gegenzug die Rendite des Wertpapierkorbes liefern.

Es ist sozusagen ein „Renditetausch“ bei dem keine realen Aktien im Spiel sind. Sogenannte Swapper haben den Vorteil, dass sie oft geringere Betriebskosten im Vergleich zu physischen ETFs haben. Nachteil ist ganz klar das Kontrahentenrisiko. Wenn die Bank die Rendite des Referenzindex nicht liefern kann, dann hat man als Anleger das Nachsehen. Ob das realistisch ist? Die Wahrscheinlichkeit von so einem Ausfall ist gering, aber vorhanden.

Laut Gerd Kommer sind swapbasierte ETFs nicht riskanter als physische ETFs.

Man sollte aber auf diese Punkte bei der Auswahl achten:

1.) Nur „funded“ Swapper nehmen (bedeutet, dass die Sicherheiten bei einem unabhängigen Treuhänder, der sie dann im Namen des ETF hält, hinterlegt werden. Beim „unfunded“ Swapper hält der ETF seine Sicherheiten direkt selbst.

2.) Der ETF-Sponsor des Swappers (z. B. Lyxor oder Vanguard) sollte nur max. 5 % des Portfolios ausmachen, um das Kontrahentenrisiko zu begrenzen.

3.) Der swapbasierte ETF sollte mindestens 0,2 Prozent günstiger sein als alternativer Replizierer.

4.) Wenn es kein physisches Alternativprodukt gibt.

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Sampling

Die Sampling-Methode ist deutlich einfacher zu verstehen als der Swapper. Beim Sampling wird nur ein sogenannter Querschnitt aus dem kompletten Referenzindex gekauft. Das ist eine gute und kostengünstige Alternative zu einem Swapper und dem oftmals teuren vollständigen Replizierer.

Besteuerung von ETFs

Gleich vorab: Ich bin weder Steuerberater noch das Finanzamt. Die Informationen, die ich gebe sind nach bestem Wissen und Gewissen gemacht.

Oft im Netz gelesen und auch hier streiten sich die Gelehrten. Der Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 € (Ehepaar gemeinsam: 1.602 €) ist der Betrag an Kapitalerträgen, bis zu dem ihr keine Steuern auf Kapitalerträge zahlen müsst.

Der Sparerpauschbetrag gilt für jeden Anleger – man kann den Freistellungsauftrag entweder bei seiner Bank bzw. im Depot hinterlegen oder sich den Betrag später direkt bei der Steuererklärung anrechnen lassen.

Habt ihr mehrere Erträge erzielt, z. B. beim Tagesgeldkonto und über eure ETFs, dann könnt ihr den Betrag auch auf mehrere Banken aufsplitten. Ihr müsst lediglich beachten, dass ihr die Summe von 801 € nicht überschreitet.

Bei ETFs werden die 801 € auf folgende Erträge angerechnet:

– Ausschüttung (also Dividenden)

– Vorabpauschale (fiktive Mindesterträge)

– Verkauf (Gewinn durch Verkauf)

Kommt ihr mit euren Erträgen über die 801 € dann wird die Kapitalertragssteuer (26,38 % exkl. Kirchensteuer) fällig und ihr müsst entsprechend Steuern zahlen.


Wichtiger Hinweis: Wenn ihr mit euren gesamten Einkünften unter den jeweils aktuellen Grundfreibetrag liegt (2020: 9.408 € für Singles und 18.816 € bei Verheirateten), dann könnt ihr euch durch eine Nichtveranlagungsbescheinigung von der Abgeltungssteuer befreien lassen. Somit wird das Einkommen, egal ob aus Kapitalvermögen oder anderen Einkommensquellen, welches unter dem Freibetrag liegt, steuerfrei behandelt.

Hier findet ihr einen Steuerrechner zum HerumprobierenKlick

Jährliche Vorabpauschale eines thesaurierenden ETFs

Eure deutsche Depotbank versteuert bei ausschüttenden ETFs die Gewinne automatisch.

Bei thesaurierenden ETFs ist das etwas anders: Am Anfang des Jahres wird die Vorabpauschale von deinem Konto abgebucht.

Die Vorabpauschale wurde mit dem Investmentsteuerreformgesetz 2018 in Kraft gesetzt. Mit der Pauschale soll ein Steuerstundungseffekt, der bei ETFs durch das einbehalten der Dividenden auftreten kann, vermieden werden und es ist zugleich eine ideale Möglichkeit für den deutschen Staat regelmäßig Steuereinnahmen zu generieren.

Es werden damit also eure Gewinne versteuert, die ihr nicht realisiert habt. Sollte eure ETF-Performance negativ oder neutral sein, dann zahlt ihr diese Vorabpauschale natürlich nicht. Die Vorabpauschale wird immer per 31.12. eines Kalenderjahres fällig.

Diese Vorabpauschale fällt auch bei ausschüttenden ETFs an, wenn der Basisertrag des ETFs höher als die ausgeschütteten Dividenden ist!

Für ETFs gibt es eine sogenannte Teilfreistellung. Wenn euer ETF einen Aktienanteil von über 51 % aufweist, dann werden nur 70 % davon besteuert. Habt ihr einen Mischfonds, wo die Aktienquote zwischen 25–50 % liegt, dann werden 85 % eures ETFs besteuert.

Bei der Berechnung der Steuer wird zunächst der Basisertrag eures thesaurierenden ETFs ermittelt.

Das passiert wie folgt:

ETF-Wert zum Jahresanfang x Basiszinssatz x 70 % (oder 85 %)

Danach wird dieser Basisertrag mit der Teilfreistellung und der Kapitalertragssteuer (26,375 % exkl. Kirchensteuer) multipliziert, um deine Steuerlast für das jeweilige Jahr zu berechnen.


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An einem konkreten Beispiel sieht es wie folgt aus:

Wert eures ETFs zum 01.01.2020: 1.200 €
Wert eures ETFs zum 31.12.2020: 1.400 €
Ertrag: 200 €

Basisertrag: 1.200 € x 0,07 % (= Basiszinssatz 2020) x 70 % = 0,59 €

Steuerlast 2020: 0,59 € x 70 % x 26,38 % (= Kapitalertragssteuer) = 0,11 €

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Fazit: Sind nun ausschüttende oder thesaurierende ETFs besser?

Um den jährlichen Freibetrag auszunutzen, sind ausschüttende ETFs bis zu einem Volumen von rund 20.000 € interessanter. Bei der Steuer wurden jedoch beide Arten durch das Investmentsteuerreformgesetz angeglichen.

Als Investidee: Startet mit einem ausschüttenden ETF und nutzt die rund 20.000 € vollumfänglich mit dem Freibetrag aus. Im Anschluss oder parallel nehmt ihr einen Thesaurierer dazu, welcher dann bespart wird.

Dieser Tipp ist für Einsteiger geeignet, die mit dem Investieren in ETFs erst beginnen und nicht so schnell hohe Summen investieren können. Dabei ist es aber wichtig, dass die Ausschüttungen auch wirklich wieder von euch reinvestiert werden!

Die Kosten eines ETF

Die Kostenkontrolle ist bei der Wahl des passenden ETFs ein wichtiger Faktor, denn ein derart langfristiges Investment verursacht entsprechend Kosten.

Ein wichtiger Vorteil von ETFs sind aber ganz klar die geringen Kosten im Vergleich zu anderen Geldanlagen. Um die Kosten eines ETF richtig beurteilen zu können, könnt ihr die sogenannte Total Expense Ratio (TER), also die Gesamtkostenquote, heranziehen. Die TER ist ein Prozentsatz, der die jährlichen laufenden Kosten eines ETF angibt. Allerdings sind in dieser Gesamtkostenquote, auch wenn es der Name vermuten lässt, nicht alle Kosten enthalten.

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Diese Kosten sind im TER enthalten:

Verwaltungsgebühren: Management- und Betriebskosten, die beim ETF-Anbieter für die Indexnachbildung anfallen.

Depotbankgebühren: Da die Wertpapiere für euch in einem separaten Depot aufbewahrt werden, fallen dafür bei der Depotbank Kosten an.

Lizenzgebühren: Der ETF-Anbieter muss für den nachgebildeten Index Lizenzgebühren an den Index-Anbieter zahlen.

Vertriebs- und Marketinggebühren: Kosten, die für die Vermarktung und den Vertrieb des ETFs anfallen, z. B. Erstellung von Fondsdokumenten.

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Diese Kosten sind nicht im TER enthalten:

Swap-Gebühren: Replizierer müssen Gebühren für den Bezug der Index-Rendite entrichten.

Wertpapierleihe-Erträge: Das sind Gewinne, die mit der Verleihung von Wertpapieren erzielt werden.

Transaktionskosten auf Fondsebene: Diese entstehen, wenn der ETF sein Portfolio anpassen muss (z. B. Kosten durch Spreads).

Präziser als TER ist aber die Total Cost of Ownership (TCO). Hier werden wirklich alle anfallenden Kosten angezeigt. Dummerweise existiert keine gesetzliche Regelung, dass diese Kennzahl in den ETF-Factsheets genauso standardmäßig hinterlegt sein muss wie der TER.

Besonders wenn ihr euch für einen Swapper entscheiden solltet, ist die TCO eine bessere Vergleichskennzahl als der TER.

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Alternative zu den TCO? Die Tracking-Differenz

Eine gute Alternative ist übrigens auch die Tracking-Differenz. Das ist der Unterschied zwischen der ETF-Rendite und der Rendite des zugrundeliegenden Index, der vom ETF nachgebildet wird. Wenn ein Index z. B. 8 % Rendite hat und der ETF nur 6 % erzielt, dann ist die Tracking-Differenz -2 %.

Was sagt das nun aber aus?

Entscheidend für eure Rendite ist tatsächlich wie stark ein ETF von der jeweiligen Indexentwicklung abweicht. Die Tracking-Differenz zeigt sowohl die internen, als auch externen Kosten für den Besitz eines ETF an. Um einen gescheiten Vergleich zu haben, sollten die Laufzeiten über ein Jahr betragen. Die Einschätzung eines ETF gegenüber dem Index sollte demnach immer an einem Langfrist-Chart erfolgen.

Tracking Differenz richtig verstehen

Die Differenz sollte möglichst gering sein. Es gibt aber auch ETFs, die ihren Index schlagen, obwohl ja Kosten entstehen. Das passiert, wenn Kosten über die Einnahmen aus Wertpapierleihen und Quellensteueroptimierungen überkompensiert werden.

Fazit

Meiner Meinung nach ist es fast egal, ob ihr euch nun für die Kommer-Variante oder eben einen einzigen Welt-ETF entscheidet. Viel wichtiger sind die Performance und die Kosten, denn diese sind am Ende der Renditekiller. Ich kann euch empfehlen bei Scalable einen kostenfreien ETF zu wählen, denn so spart ihr monatlich unnötige Gebühren und treibt euren Zinsesszinseffekt nach und nach zur Höchstform.

Auch ist es für mich weniger von Bedeutung, ob der ETF nun thesaurierend oder ausschüttend bzw. vollständig replizierend oder swap-basiert ist. Wie ich euch aufgezeigt habe, hat alles seine Vor- und Nachteile. Nicht umsonst gibt es so viele verschiedene Produkte, denn wir als Investoren haben auch unterschiedliche Ansprüche an unsere Geldanlage.

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6 Kommentare zu „Der Welt-ETF als Basisinvestition. Das solltet ihr wissen!“

  1. Hallo Jenny,
    danke für die Ausarbeitung. Ich schau mir der letzten Zeit verschiedene ETFs an. Da ich ja meine VL in ETFs anlegen möchte. Vielleicht geb ich Scalable eine Chance. Noch suche ich nach dem passenden.
    Hab einen guten Start ins neue Jahr
    Grüße Annett

    1. Hallo Annett, Scalable ist ein toller Broker! Neben den ETF- kannst du auch Aktien-Sparpläne anlegen, was einfach eine super Sache ist! LG Jenny

  2. Super Artikel! Als absoluter Neuling ist der für mich ideal. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, was das Schreiben dich an Zeit und Aufwand gekostet hat. Vielen Dank für deine Zusammenfassung!

    1. Hallo Kerstin, es war tatsächlich ganz schön viel Arbeit, da man bei dem Thema einfach nicht zum Ende kommt. Daher wird es bald einen 2. Teil geben. LG Jenny

  3. Super Artikel, der hat in manchen Punkten (insbesondere Besteuerung und einzelne Fachtermini) bei mir Licht ins Dunkel gebracht, danke 🙂

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