Risikoarme ETFs sichere ETF auswählen Checkliste

Einen risikoarmen ETF auswählen – auf diese 7 Kriterien solltet ihr achten!

Der Start in 2021 war für viele Fans von Einzelaktien Fluch und Segen zugleich. Legten einige der altbewährten Aktien wieder zu, so brachen andere, in 2020 noch gehypte Stars, wieder ein.

Hatten einige die Chance mit Aktien wie Gamestop und dem richtigen Timing sich wie Dagobert Duck zu fühlen, so haben andere beim anschließenden Wertverfall Federn gelassen. Soweit zum ganz normalen, aber aktuell doch stark volatilen Börsenalltag.

In meinen letzten Posts und auch den Q&A-Runden (solltet ihr noch nicht dabei gewesen sein, aber Fragen haben, die nächste Session kommt ganz gewiss, einfach fleißig auf Insta folgen) drehte sich daher eine zentrale Frage um: Sind ETFs die richtigen Anlageprodukte, um sich von diesen Kursfeuerwerken abzukoppeln? Immerhin kann man dank den Indexfonds risikoärmer investieren, aber gleichzeitig von Trends in einzelnen Branchen profitieren!

Das kann also durchaus gelingen. In diesem Beitrag gehen wir auf wichtige Auswahlkriterien für ETFs ein, damit diese ohne mulmiges Bauchgefühl zu eurem Risikoappetit passen.

Eine häufig gestellte Annahme dabei ist übrigens: Bedeutet risikoarm immer gleich wenig Rendite? So viel vorweg: beides hängt zusammen, aber zum Glück ist selbst hier nicht alles nur Schwarz oder Weiß.


Eine wichtige Sache vorweg: Alle in diesem Blog gewählten, gezeigten oder erwähnten ETFs stellen keine Anlageberatung und keine Empfehlung dar. Ich wähle die gezeigten und erwähnten Indexfonds lediglich als Beispiele für die Faktoren, nach denen ich ETFs einschätze! Ich bitte euch eigenständig eure Recherche zu betreiben und für euch passende Wertpapiere bzw. Anlageprodukte zu suchen.

ETF-Grundlagen

Ihr seid ganz neu auf dem Börsenparkett und habe zuvor noch keine ersten Schritte unternommen? Dann ladet euch gerne mein kostenloses eBook herunter, welches ich euch hier nochmal verlinke:

Eine kleine Einführung zum Thema ETFs findet ihr hier auf dem Blog oder auch in diesem Blogbeitrag zum Thema Weltportfolio.

Wo bespare ich ETFs?


Alle meine ETF-Sparpläne laufen bei SCALABLE Broker über die Flatrate, welche 2,99 € monatlich kostet. Die Flat lohnt sich bereits ab 3 Ordern pro Monat, da eine Order regulär 0,99 € kostet.

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Ich bin sehr zufrieden mit SCALABLE Broker, eben weil die Flatrate mir so viele Möglichkeiten bietet. Es gibt sowohl eine App- als auch Desktopversion und auch Aktiensparpläne sind bereits ab 25 € monatlich ausführbar.

Ihr habt mit SCALABLE einen jungen Neobroker, der nach und nach wächst. Hinzukommt im Hintergrund eine etablierte Bank, die Baader Bank, die euer Vermögen für euch verwahrt.

Risikoarme ETFs – 7 wichtige Kriterien


Für uns alle ist Risiko etwas ganz Individuelles. Denn wo für manche von uns das Überqueren einer roten Fußgängerampel schon einen gewissen Nervenkitzel auslöst, da springen andere aus luftiger Höhe aus Flugzeugen und könnten das – natürlich wenn der Fallschirm aufgeht – gleich nochmal tun.

Deswegen schauen wir uns beim Thema Risiko und ETF nicht an, welche Branche mehr oder weniger riskant sind, sondern wie ihr euch beim Überqueren einer roten Ampel halbwegs absichert oder was ihr checken müsst, bevor ihr aus einem Flugzeug springt.

Übertragen auf ETFs schaue ich mir daher 7 bestimmte Kriterien an.

Kriterium 1 – Fondsvolumen


Size matters! Immer diese Frage nach der Größe. Was oft wie ein schlechter Witz anmutet, ist hier aber eine eurer sichersten Reißleinen, wenn es um den Fortbestand des ETF geht. Denn dieser ist nicht unzerstörbar, nur weil die jeweiligen Aktien aus denen der Indexfonds bestand, weiterhin handelbar sind. Jeder Fonds kann durchaus auch aufgelöst, also liquidiert werden. Was, je nach Zeitpunkt, euch wieder vor Herausforderungen stellt, die ihr ja eigentlich vermeiden wolltet.

Ein Fondsvolumen von € 100 Mio. hat sich als Unterschwelle etabliert. Somit ist relativ sicher, dass der ETF in der Regel genügend Liquidität besitzt und seine Eigenkosten (die TER auf die wir hier noch zu sprechen kommen) erwirtschaften kann. Damit bleibt er für euch attraktiv und kann neue Anleger für sich gewinnen.

Wie ihr das ablesen könnt, zeige ich euch am Beispiel zwei verschiedener ETFs und der Seite www.justetf.com:

Der iShares EURO STOXX 50 ECITS ETF besitzt eine Fondsgröße von € 5,421 Mrd.! Durch den hohen Vermögenswert und die starke Verbreitung ist es für den Fondsbetreiber lukrativ, diesen weiterhin bestehen zu lassen und ihn nicht zu liquidieren. Auch habt ihr die Chance auf Skaleneffekte bzw. geringere Kosten (TER). Das ist aber nicht immer automatisch der Fall!

Risiko Kosten iShares EURO Stoxx 50

(Quelle JustETF; Ablesezeitpunkt 09.03.2021)

Als Gegenbeispiel habe ich euch einen anderen ETF rausgesucht. Der iShares EURO STOXX 50 ex-Financials UCITS ist lediglich € 43 Mio. groß. Der Nachteil? Da weniger Gelder investiert sind, wahrscheinlich also weniger Anleger in den ETF investieren, kann es für den Betreiber des ETF schnell unrentabel werden, den Aufwand weiter zu betreiben. Sollten neue Gesetzgebungen oder Reportingverpflichtungen erlassen werden, kann dies für kleine Fonds schnell zu einem Problem werden.

Risiko Kosten iShares EURO STOXX 50 Financials

(Quelle JustETF; Ablesezeitpunkt 09.03.2021)

Fazit 1 – Fondsvolumen


Wollt ihr dauerhaft einen ETF besparen oder halten, so solltet ihr einen Blick auf die Größe des ETF werfen. Hier gilt die Faustregel, je größer der Fonds umso wahrscheinlicher das Fortbestehen. Wollt ihr also über 20-30 Jahre in einen bestimmten Fonds investieren bzw. investiert bleiben, dann gehört dieses Kriterium ganz oben auf eure Liste. Was aber nicht bedeutet, dass auch kleine Fonds seit vielen Jahren bzw. Jahrzehnten bereits bestehen.

Kriterium 2 – Das Fondsalter


Für das Alter gilt, dass euer Fonds mindestens 3 Jahre auf dem Buckel haben sollte. Mit steigendem Alter stehen euch immer mehr Daten zur Verfügung, mit denen ihr euren Wunsch-ETF mit anderen Indexfonds vergleichen könnt.

Das gibt euch Sicherheit und das Alter hat noch einen zweiten, guten Effekt: Bei einem neu aufgelegten ETF entscheidet sich meist nach einem Jahr, ob der Fonds weiter bestehen bleibt oder wieder liquidiert wird.

Fazit 2 – Alter


Je älter der Jahrgang, umso besser. Was für das ein oder andere Getränk gilt, das gibt euch auch bei einem ETF mehr Sicherheit. Das Mindestalter sollte bei 3 Jahren liegen, je älter umso mehr Daten und umso größer sind die Fonds in aller Regel (wie in Kriterium 1).

Kriterium 3 – Diversifikation oder warum einige auf Welt- & andere auf Branchen-ETFs vertrauen

Auch bei ETF gilt die gleiche Devise wie beim Kauf von Einzelaktien: streut ihr breit über Branchen und Unternehmen, werdet ihr im Bezug auf die Kursentwicklung einzelner Sektoren unabhängiger.

Investiert ihr in einzelne Sektoren und die dort vertretenen Unternehmen, dann könnt ihr von einem Trend aber auch überdurchschnittlich profitieren.

Für eure ETF-Suche möchte ich euch 2 Kategorien aufzeigen, die meist einen hohen Einfluss auf euer Risiko haben.

Welt- vs. Länder/Zonen-ETF

Bereits in einem meiner letzten Blogbeitrag MSCI World + EM oder lieber All-World: Der Vergleich bin ich auf das Thema Weltportfolio eingegangen und habe die Vorteile aufgezeigt.

ETFs lassen sich immer danach unterscheiden aus welchen Ländern bzw. Regionen die Unternehmen stammen, von denen Anteile erworben bzw. die im Fonds abgebildet werden. In Sachen Sicherheit greift hier eine ganz einfache Logik: kauft ein Fonds vor allem Anteile an z. B. deutschen Unternehmen, so ist die Entwicklung und damit auch das Risiko stark von der deutschen Wirtschaft und der Kraft der vertretenen Unternehmen abhängig.

Schlägt sich die deutsche Wirtschaft gut und die im Indexfonds enthaltenen Aktiengesellschaften machen Geschäfte, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass euer ETF sicher ist und sich auch positiv weiterentwickelt.

Ihr ahnt es schon: sollte es Deutschland nicht gut gehen, da z. B. die Wirtschaft stagniert, handelspolitische Schranken entstehen oder falsche Wirtschaftspolitik betrieben wird, so fällt die Bundesrepublik hinter dem internationalen Wettbewerb zurück.

Je lokaler ein ETF aufgesetzt ist, desto höher ist das Risiko, dass euer Investment unter negativen Entwicklungen leidet, aber auch von positiven Entwicklungen stärker profitiert.

Wie ein ETF zusammengesetzt ist, erfahrt ihr meist in dem Prospekt bzw. Factsheet. Diese findet ihr entweder direkt auf den Portalen wie justETF.com oder auch auf Portalen wie www.finanzen.net.

Als Beispiel seht ihr hier die Zusammensetzung des Vanguard Germany All Cap UCITS ETF Distributing:

Zusammensetzung des Vanguard Germany All Cap UCITS ETF Distributing

(Quelle: Prospekt Vanguard Germany All Cap UCITS ETF per 31.01.2021)

Dort könnt ihr im Bereich Marktallokation sehen, dass dieser ETF zu 100 % aus deutschen Aktien besteht. Somit hängt dieser Fonds stark von der Entwicklung der deutschen Wirtschaft ab.

Also alles auf Welt?


In Sachen geringes Risiko ist ein globaler Fonds oft die vernünftigere Wahl. Diese ETFs bilden meist die globale Marktwirtschaft ab und beinhalten viele Unternehmen aus verschiedenen Ländern. Je nachdem auf welche Branche ihr setzt (dazu kommen wir gleich), könnt ihr also von globalen Entwicklungen profitieren oder euch möglichst weltumspannend absichern.

Der Gedanke dahinter ist: je breiter das Risiko auf alle Länder gestreut wird, desto geringer das Risiko von Verlusten bzw. umso geringer die Volatilität. Natürlich müsst ihr es immer im Verhältnis sehen, denn verlasst euch nicht nur auf den Namen des ETF, sondern schaut euch die Daten selbst an.

Als Beispiel nehme ich den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Distributing:

Zusammensetzung Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Distributing

(Quelle Vanguard Prospekt Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Distributing per 31.01.2021)

Die Marktallokation sagt euch, dass dieser Indexfonds Titel aus aller Welt beinhaltet. Mit einer starken Gewichtung von 55,7 % auf die USA. Somit wird dieser ETF besonders von der Entwicklung der US-amerikanischen Wirtschaft abhängen. Als Vergleich dazu noch die Länderaufstellung des iShares Core MSCI World UCITS ETF:

Länderaufstellung des iShares Core MSCI World UCITS ETF

(Quelle: iShares Core MSCI World UCITS ETF Februar Factsheet Wertentwicklung, Portfolio Positionen und Nettofondsvermögen per: 28.Feb. 2021)

Wie ihr seht, ist hier die Gewichtung an US-Aktien noch höher. Verlasst euch also nicht auf die Namen im Allgemeinen, sondern schaut euch immer zur Sicherheit die genauen Bestandteile der ETFs an. So kann die Kombination aus Länderaufstellung und Historie des ETF (also Volatilität und Rendite/Wertentwicklung) für eure Sicherheit ausschlaggebend werden.

Der Branchen-/Nischen-Faktor


Noch ein Faktor? Ja, und zwar ein sehr wichtiger, wenn es um euer Risiko geht: die Branche bzw. Nische. Damit ist der Wirtschaftssektor gemeint in den der ETF investiert. Also grob, ob euer Fonds Aktien aus der IT, dem Nahrungsmittelbereich oder dem Medizinsektor hält.

Oder im Gegenzug sich damit auszeichnet einen möglichst großen Schnitt aus allen Wirtschaftssektoren darzustellen.

Die Faustregel dahinter:

Je branchenunabhängiger euer ETF, umso potentiell kleiner wird das Risiko, dass der Wert des Fonds unter einer schlechten Entwicklung in einzelnen Bereichen leidet.

Dazu zwei kleine Beispiele:

Der Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data UCITS ETF 1C ist ein Branchen ETF, der sich auf das Feld der künstlichen Intelligenz konzentriert. Hier seht ihr vor allem an der Sektorenaufteilung wie sich des ETF aufstellt:

(Quelle: Prospekt Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF 1C Stand 29.01.2021)

Ihr werdet bei diesem ETF also profitieren, wenn diese Bereiche in der Zukunft stark zulegen. Aber klar ist auch, dass ihr euer Risiko damit ganz gezielt auf einen Sektor fokussiert.

Fazit 3 – Diversifikation


Um einen möglichst sicheren ETF zu wählen, solltet ihr auf  die zugrundeliegende Länderzusammensetzung und die Branchen achten.

Je breiter aufgestellt ihr seid, umso geringer das Risiko. Gute Auswahlportale für ETF helfen euch, die richtgien ETFs mit genau diesen Profilen herauszufiltern.

Kriterium 4 – Die Replikationsmethode


Replikation klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Sie gibt an wie der ETF einen Index nachbildet. Also zum Beispiel, ob er den deutschen Leitindex Dax 1:1 nachbildet, also jede einzelne Aktie des Dax kauft. Dann spricht man von „voller Replikation“. Euer Risiko eines solchen ETF ist praktisch das Risiko des Dax. Noch zu beachten ist dabei die Gewichtung einzelner Titel des Dax im jeweiligen ETF.

Löst sich ein ETF von einem Index und investiert nicht in alle Titel des Referenzindexes, sondern kauft nur eine repräsentative Auswahl aus dem Aktienkorb, dann nennt sich das „Sampling“. Das ist meist günstiger und einfacher im Handling für den ETF-Anbieter. Außerdem profitiert ihr davon, dass das Risiko je nach Aktienaufteilung reduziert wird.

Wichtig ist auch die Aufteilung in physische oder synthetische Replikation. Physisch bedeutet, dass euer ETF die Aktien kauft. Synthetisch bedeutet vereinfacht gesprochen, dass euer Fonds die Aktien über Derivate (Tauschgeschäfte wie Swaps) bezieht. Vor allem die letzte Variante kann euer Risiko steigern, je nach genauer Zusammensetzung.

Fazit 4 – Replikationsmethode


Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, so achtet vor allem auf die physische und synthetische Replikation. Als Faustregel gilt: die physische Replikation bedeutet im Zweifelsfall weniger Risiko.

Kriterium 5 – Warum Thesaurierer nichts mit prähistorischen Echsen zu tun haben


Wo investiert wird, fallen im Idealfall auch Gewinne an. Das ist zum Glück auch bei ETFs der Fall. Was mit diesen Gewinnen gemacht wird, hängt davon ab, welche Ausschüttungsvariante ihr auswählt.

Bei Fonds unterscheidet man in:

  • Thesaurierender ETF – alle Dividendenausschüttungen werden vom Fonds einbehalten und in alle Aktien entsprechend der Verteilung im Fonds reinvestiert.
  • Ausschüttender ETF – der Name sagt es, ihr erhaltet die Dividenden direkt auf euer Konto wie auch bei Dividendenaktien.

Fazit 5 – Gewinnverwendung

Wollt ihr lieber selber entscheiden, was mit euren Gewinnen passiert, so setzt auf ausschüttende ETFs. Seid ihr von einem ETF überzeugt und wollt direkt vom Zinseszins-Effekt profitieren, so seid ihr Team thesaurierend. Auch ein Mix aus beiden Varianten kann für euer Depot sehr charmant sein.

Kriterium 6 – TER – warum nichts in dieser Welt gratis ist und sich der Vergleich der TER aus Risikoaspekten lohnt

Zuerst zur einfachen Definition: TER bedeutet Total Expense Ratio. Sie wird in einem Prozentsatz angegeben und verdeutlicht wie hoch die laufenden Verwaltungskosten eines ETF sind. Bedeutet, dass dieser Anteil jährlich auf den Gewinn eures ETF schlägt.

Die Kosten werden übrigens nicht jährlich von eurem ETF abgezogen oder von eurem Konto als Betrag X eingezogen. Die TER wird aus dem Fondsvermögen entnommen und ist somit immer schon im Fondspreis enthalten. Es gibt also keine zusätzliche Rechnung am Jahresende.

Welchen Einfluss die Kosten auf das Risiko hat, muss man aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Niedrige TER bedeuten nicht automatisch hohe Renditen. Somit kann ein ETF mit einer recht hohen TER ebenfalls gute Renditen erzielen.

Daher ein Gedankenspiel: ihr kauft einen Branchen-ETF, z. B. künstliche Intelligenz, der sich auf einen bestimmten Markt fokussiert (z. B. hoher US-Anteil), aber mit einem eher kleineren Fondsvolumen (um € 100 Mio).

Wenn wir jetzt unsere vorher definierten Kriterien anwenden, dann ist dieser ETF eher mit einem höheren Risiko behaftet. Sollte hier auch noch die TER relativ hoch sein, also > 0,6 % oder oftmals sogar > 2 %, kann das dazu führen, dass bei einer schlechten Performance der ETF schnell wieder liquidiert wird bzw. der Wert des ETF im Handel stark nachlässt. Das Risiko, dass ihr einen Verlust erleidet, steigt.

Last but not least – die TER beinhalten nicht alle Kosten eines ETF. Dafür müssen die TCO herhalten. Die Total Cost of Ownership – diese sind aber schwieriger zu berechnen. Somit dient für eine erste Orientierung ideal die TER.

Fazit 6 – TER

Wenn euer Wunsch-ETF über eine niedrige TER verfügt, so kann das das überzeugende Kriterium sein, um „ja“ zu sagen. Falls ihr zwischen zwei ähnlichen ETFs wählen müsst, dann kann die TER ebenso das ausschlaggebende Kriterium sein.

Kriterium 7 – Anteil Finanzdienstleister

Dieses Kriterium müsst ihr nicht anwenden, aber könnt es gerne im Hinterkopf behalten. Mir ist dieser Punkt bei der Auswahl eines passenden ETFs immer sehr wichtig, da ich im Vorfeld eh immer die Zusammensetzung einzelner Branchen prüfe.

Dabei ist mir in der Vergangenheit oftmals aufgefallen wie hoch der Anteil an Finanzdienstleistern, z. B. Banken oder Versicherungsanbieter ist. Das ist mir vor allem beim MSCI World oft untergekommen, dass der Anteil hier 15-30 % betrug, was für eine einzelne Branche und vor allem für diese spezielle viel zu hoch ist.

Die Finanzdienstleisterbranche ist im allgemeinen volatiler als andere Branchen wie z. B. Konsumgüter, Healthcare oder Kommunikationsdienstleiter. Banken etc. sind viel stärker von Zyklen und anderen Einflussfaktoren betroffen, z. B. von der kriselnden Ölbranche in 2020.

Auch wirtschaften viele Banken nach wie vor nach einem altmodischen Prinzip – getreu dem Motto: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Besonders Filialbanken wie Deutsche Bank oder Commerzbank werden künftig ein enormes Problem bekommen, wenn sie nicht endlich mit der Zeit und vor allem ihrer großen Konkurrenz, den Direktbank wie DKB oder ING mithalten. Veraltete Strukturen und ein gigantischer Kostenapparat zwingen die Banken zu immer neuen Gebühren für ihre Kunden, z. B. Erhebung von Negativzinsen.

Aus den genannten Gründen versuche ich den Finanzbereich in meinen ETFs immer möglichst gering zu halten, was sich aber natürlich nicht immer einwandfrei umsetzen lässt.

Fazit 7 – Anteil Finanzdienstleister

Viele ETFs haben einen sehr hohen Finanzdienstleisteranteil inne. Begründet liegt das vor allem auch daran, dass viele Unternehmen aus dieser Branche üppige Dividenden zahlen.

Ich persönlich versuche immer ETFs zu finden, die diesen volatilen Sektor nicht zu stark gewichten. Besonders beim MSCI World solltet ihr darauf achten, da der Branchenanteil hier bis zu 30 % ausmachen kann, was ein Klumpenrisiko birgt.

Fazit


Somit sind wir am Ende meines kleinen Leitfadens angelangt. Damit könnt ihr eine erste Risiko-Bewertung für euch selbst vornehmen. Bitte betrachtet meine Ausführungen als groben Leitfaden, da jedes Risiko individuell abweichen kann.

Die mit einem Stern (*) markierten Links sind Affiliate-Links. Ich freue mich, wenn ihr sie verwendet und mich damit unterstützt.

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